Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Das „Erste" plant Serie „Deutschland - deine Künstler"

Mit der Reihe „Deutschland - deine Künstler" will die ARD im kommenden Jahr an die erfolgreiche Kunst-Serie „1000 Meisterwerke" anknüpfen.
ARD-Programmdirektor Günter Struve diskutierte am 28. September auf der AICA-Jahreshauptversammlung in Berlin mit den Teilnehmern über das Thema „Rückzug der Medien aus der Kultur". Struve sagte, fünf Sendungen von je 45 Minuten seien bereits in Auftrag gegeben, u.a. über den Maler Baselitz. Die ARD gehe ohne Quotendruck an dieses Projekt heran, zumal sie wisse, dass der „harte Kern" der an Kultur interessierten Zuschauer bei 5 Prozent liege.
Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen hat mehr Kultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gefordert. Ebenfalls in Berlin sagte Pleitgen vor dem Deutschen Kulturrat, das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts sei nicht nur als eine Bestätigung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk anzusehen, sondern auch als eine Ermutigung, in der Prime Time noch mehr auf anspruchsvolle Programme zu setzen als bisher, wobei besonders die Kultur ins Blickfeld rücke.
Der Kulturrat zeichnete Pleitgen mit dem „Kulturgroschen 2007" aus. In seiner Dankrede erklärte Pleitgen, natürlich sei ihm nicht entgangen, dass von der ARD mehr Engagement für die Kultur gefordert werde, wobei sich die Kritik gegen das Erste richte, obwohl im weit gefassten Goethe`schen Kulturverständnis auch in diesem Programm viel Gutes zu finden sei.
Doch wer auf Kultur setze, gehe kein Risiko ein, denn Kultur sei stark im Kommen. Die Europäische Union sei als Montanunion, als Wirtschaftsgemeinschaft gegründet worden - von der Kultur damals keine Spur. Inzwischen habe auch die Europäische Union die Kultur als Standortfaktor entdeckt.
Pleitgen, der jetzt dem Management für die Kulturhauptstadt 2010 vorsteht, sagte über seine neue Aufgabe: „Getreu dem Wort des Kultursammlers Ernst-Karl Osthaus ‚Kultur durch Wandel - Wandel durch Kultur' wollen wir das Image des Ruhrgebiets verändern". Dabei setzt Pleitgen ganz offensichtlich auf den WDR, von dem er sagte, bei seinem früheren Sender werde Kultur nach wie vor groß geschrieben. Dazu brauche es keine Anweisung von oben, erst recht keinen Druck des Intendanten. Das stecke im Haus von Anfang an, seit Böll und Grass, Stockhausen und Henze am Wallrafplatz ein- und ausgegangen seien.

 

 

 

Berlin, im September 2007
Walter Vitt


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