Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



AICA-Präsidium: Thomas Wulffen löst Walter Vitt ab



Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) hat ein neues, stark verjüngtes Präsidium.

Auf ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 15.4.2008 - dem Vernissagetag der Art Cologne - wählten die Delegierten in Köln den 54 Jahre alten Berliner Kunstkritiker Thomas Wulffen zum neuen AICA-Präsidenten. Er ist Nachfolger des Kölner Kunstschriftstellers Walter Vitt (71), der nicht wieder kandidierte. Vitt wurde einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt. Er hat die Kritikervereinigung fast zwei Jahrzehnte lang geführt, zuletzt kommissarisch, weil ein erster Anlauf, seinem Wunsch auf Ablösung nachzukommen, im Herbst 2007 nicht gelungen war.

Neue Vizepräsidenten der deutschen AICA wurden die Berliner Autorin und Journalistin Thea Herold (48) und der Berliner Kunst- und Architekturkritiker Bernhard Schulz (54). Sie treten an die Stelle der bisherigen Vize-Präsidenten, den 68jährigen Klaus Honnef aus Bonn und den 49jährigen Peter Herbstreuth aus Berlin, die ebenfalls nicht wieder kandidiert hatten. AICA-Generalsekretärin Marie Luise Syring (63) aus Düsseldorf wurde in ihrem Ehrenamt einstimmig bestätigt. Die AICA-Mitgliederversammlung entschied sich nicht nur für ein stark verjüngtes neues Präsidium, sondern verlagerte auch dessen Arbeitsschwerpunkt vom Rheinland nach Berlin. Drei der vier Vorstandsmitglieder sind in Berlin ansässig.

Der neue AICA-Präsident Wulffen stammt aus Bochum. Er hat Philosophie und Linguistik in Konstanz studiert und lebt seit seinem Magisterexamen 1982 in Berlin, wo er seit 1984 als freier Kritiker und Kurator wirkt. In die Amtszeit von Walter Vitt fiel - nach der Wende - die Zusammenführung deutscher Kunstkritiker aus Ost und West zu einer gesamtdeutschen AICA, ein Prozess, der dem Kritikerverband ohne jene Probleme gelang, wie sie beispielsweise der deutsche PEN-Club gehabt hat. Vitt hat 1993 damit begonnen, für die AICA eine „Kunstkritische Bibliothek" zu edieren, die den Serientitel „Schriften zur Kunstkritik" trägt und in der bisher 17 Bände erschienen sind. Diese Editionstätigkeit wird der scheidende AICA-Präsident weiterführen.

Die deutsche AICA bindet sich als Sektion an den gleichnamigen internationalen Kunstkritikerverband und wurde 1951 gegründet. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Kunstkritik und ihren Einfluss zu fördern und die Berufsinteressen der Mitglieder zu schützen. Seit 1992 prämiiert die AICA regelmäßig „Ausstellungen des Jahres" und würdigt auch das „Museum des Jahres". Den Anstoß hierzu hat das scheidende Vorstandsmitglied Honnef gegeben.

 

 

Köln, im April 2008


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