Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Internationaler AICA Kongress 2012

Der Internationale AICA-Kongress des Jahres 2012 hat vom 9.-13. Juli in Zürich stattgefunden.

Die Schweizer AICA unter der Leitung von Samuel Herzog hatte Räume in der Universität von Zürich zur Verfügung gestellt. Dort wurde am .9.7. die Verwaltungsrats-Sitzung abgehalten, in der im Wesentlichen drei Punkte besprochen wurden:

1.

Der jetzige Präsident der Internationalen AICA, Marek Bartelik aus den USA, berichtete von einem Besuch in Kuba. Die dortigen Kollegen haben das Ziel, eine kubanische Sektion der AICA zu gründen. Bartelik plädierte für die Aufnahme Kubas, sobald ein Entwurf der Statuten vorgelegt und akzeptiert sein wird.

2.

Das Pariser AICA Büro will die Listen der Mitglieder aktualisieren. Es bittet darum, von nun an nicht nur jährlich eine Liste der Neumitglieder zu schicken, sondern eine Gesamtliste aller Mitglieder der Sektion.

3.

Eine neue Arbeitsgruppe soll gegründet werden unter dem Namen: Publications and language Commission.

Der Kongress

Drei Tag lang debattierten etwa 90 Teilnehmer über das Kongress-Thema „Writing with an Accent“ und stellten die Frage, ob Kunstkritik einen bestimmten Akzent haben sollte oder je nach Region und gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen tatsächlich auch hat. Immer wieder mahnte Samuel Herzog, als Diskussionsleiter, sich auf eine Analyse der kunstkritischen „Sprachen“ zu konzentrieren und nicht über einzelne Werke oder Künstler zu reden. Es gab diverse Aussagen zur Terminologie, zu ideologischen Färbungen, zu einer Veränderung der Sprache je nach Zielgruppe oder Zielrichtung, gelegentlich auch Kritik an der Hegemonie des Englischen oder an postkolonialen und postsozialistischen Texten. Der indische Kollege Aveek Sen betonte, dass er eher mit der Kunst als über sie schreibe, also nahe am Objekt bleibe, daher eine assoziative, manchmal auch fiktive Art des Schreibens bevorzuge, das er interdisziplinäres Vagabundieren nennt, und dass er letztlich seinen Dialogpartner nicht im anonymen Leser, sondern in dem Künstler selbst sieht. Für Gao Shiming aus China ist der kunstkritische Text so etwas wie eine Probe (rehearsal), die es ihm erlaubt, gegen das „Spektakel“ anzuschreiben und gegen den kapitalistischen Kunstbetrieb. Etliche Redner plädierten für einen erzählerischen Stil, etliche für mehr Subjektivität. Generell wurde die Tendenz zu einer Trendwende erkennbar, weg von der sachlichen, rationalen Analyse, hin zu Texten, die einen intimeren Zusammenklang mit dem Kunstwerk ermöglichen als solche, die sich allein an der bislang gültigen Kunstgeschichte orientieren.Am 13. Juli fand die Generalversammlung in Anwesenheit von etwa 45 AICA-Mitgliedern statt. Folgendes ist daraus zu berichten:

1.

Effi Strousa aus Griechenland wurde als Interims-Schatzmeisterin bis Ende 2012 bestätigt und zur offiziellen Schatzmeisterin von 2012-2016 gewählt.

2.

Yacouba Konaté, der AICA-Präsident der Jahre 2008-2011, wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

3.

In einem feierlichen Akt erhielt die Schweizer Kuntkritikerin Annemarie Monteil den AICA-Preis des Jahres 2012 überreicht. Die Laudatio sprach Samuel Herzog.

4.

Der nächste Kongress soll in Kosice und Bratislava in der Slowakei stattfinden. Voraussichtlich in der 3. Woche September 2013.

 

Der Postkongress

Dank der Vorbereitungen von Thomas Wulffen und Dirk Schwarze konnte eine Gruppe von 22 Kolleginnen und Kollegen gemeinsam den Zug von Zürich nach Kassel nehmen, um die documenta 13 zu sehen. Am 15. Juli abends gab der Bürgermeister von Kassel für die AICA einen Empfang. Das Treffen mit der documenta-Leiterin, das für den 16.7. vormittags vorgesehen war, musste leider ausfallen. Es bot sich aber die Gelegenheit zu einer lebhaften Diskussion unter den anwesenden Teilnehmern des Postkongresses.

Düsseldorf, 25.01.2013
Marie Luise Syring


©  AICA-Sektion der Bundesrepublik Deutschland.  Impressum  /  Emails

Konzept der Website: uinic - Kunst- und Webprojekte, Binder / Haupt