Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Ehrendoktorwürde für Werner Spies

Der Kunsthistoriker und Kunstkritiker Werner Spies hat jetzt auch in Tübingen, seiner Geburtstadt, die Ehrendoktorwürde erhalten. Sie wurde ihm am 3. Februar von der Fakultät für Kulturwissenschaften verliehen. Spies, der in Paris lebt und wirkt, sprach bei dieser Gelegenheit über Max Ernst, eine zentrale Figur seiner wissenschaftlichen Forschung. Sein Thema: "Max Ernst - Vox Angelica. Fluchtpunkt der Flucht
aus Europa". Die Freie Universität Berlin hatte das langjährige AICA-Mitglied schon 2003 als ihren Ehrendoktor aufgenommen.

In der Tübinger Verleihungsurkunde für den 1937 geborenen Schriftsteller und Gelehrten heißt es, Spies habe durch seine jahrzehntelangen Forschungen und grundlegenden Publikationen die Sicht der Kunst auf die klassische Moderne mitgeprägt. Das Pariser Centre Pompidou, dieses wichtigste Museum moderner Kunst, verdanke ihm das Konzept seiner Umgestaltung und Modernisierung. In der Urkunde werden ferner die Verdienste von Spies um die Kulturvermittlung zwischen Deutschland und Frankreich hervorgehoben. Außerdem habe er als langjähriger Kunstkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hohe intellektuelle, analytische und stilistische Maßstäbe gesetzt.

Werner Spies gehört seit den 1960er Jahren der deutschen AICA an. Seit dieser Zeit auch ist er als Kunstkritiker für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig. Von 1975 bis 2002 war er Inhaber des Lehrstuhls für die Kunst des 20. Jahrhunderts an der
Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. „Mit seinem prägnanten Argumentationsstil beeinflusste er eine ganze Generation von Kunsthistorikern“, heißt es in der Tübinger Würdigung weiter. Spies habe als Organisator von zahlreichen wichtigen Ausstellungen wiederholt eng mit der Kunsthalle Tübingen und mit Götz
Adriani zusammengearbeitet.

Köln, im Februar 2005
W.V.


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