Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



»Münchner Kultur« ins Regionale verbannt
AICA appelliert an die »Süddeutsche«, die Entscheidung zu revidieren

Die deutsche AICA hat die Verantwortlichen der »Süddeutschen Zeitung« appelliert, die Seite »Münchner Kultur« künftig auch wieder in der überregionalen Ausgabe des Blattes anzusiedeln.

In einem Schreiben an Chefredaktion und Verlagsleitung kritisiert das AICA-Präsidium den Verlagsbeschluss, nach dem die Münchner Kulturberichterstattung der Zeitung ausschließlich im Regionalen erscheint und damit von ihrer überregionalen Wirkung abgeschnitten worden ist.

AICA-Präsident Walter Vitt argumentiert in seinem Brief weiter, eine solche Entscheidung missachte den Umstand, dass die Kunst- und Kulturszene der drittgrößten Stadt Deutschlands unbestritten von überregionaler und internationaler Bedeutung sei. Sie von der »Süddeutschen« zu 90 Prozent publizistisch in die Regionalität zu verbannen, bedeute zugleich, dass auch die Süddeutsche Zeitung ihren überregionalen Stellenwert gründlich missverstehe. Denn sie nehme ihren eigenen Kunst- und Kulturmitarbeitern und der Redaktion die Möglichkeit, überregional Akzente zu setzen und somit zur öffentlichen Meinungsbildung bundesweit und international beizutragen.

Das Präsidium der AICA erwartet von den Verantwortlichen der Süddeutschen, die »gewiss unter ökonomischen Vorzeichen getroffene Entscheidung« vor allem noch einmal »unter Würdigung der eigenen Rolle in der deutschen Medienwelt zu überdenken«. Mit der Beschränkung auf eine ausschließlich regionale Leserschaft setze die Süddeutsche nicht nur die erstrangige Bedeutung der Münchner Kulturszene herab, sondern gebe auch einen wichtigen Teil ihrer »Besonderheit« innerhalb der deutschen Medienlandschaft auf, heißt es in dem Schreiben abschließend.

Köln, im Januar 2002


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