Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Kunstmuseum nicht zum Dukatenesel machen

AICA-Stellungnahme zum Bonner »Zeitwenden«-Eklat

Der Internationale Kunstkritikerverband (AICA) hat an die Stadt Bonn und das Bonner Kunstmuseum appelliert, auf keinen Fall Museumsbestände zu verkaufen, um die Deckungslücke in der »Zeitwenden«-Ausstellung zu schließen. Auch Steuermittel dürften hierfür nicht verwendet werden.

Das deutsche AICA-Präsidium bestärkte Kulturdezernent Hans-Jochem von Uslar Gleichen und Museumschef Dieter Ronte in deren erklärter Absicht, andere Wege zu finden, um die notwendigen 1,8 Millionen Mark aufzubringen.

Wenn der Kunstkritikerverband jemals ein wirkliches Wächteramt wahrzunehmen gehabt hätte, dann in dieser Bonner Angelegenheit, erklärte AlCA-Präsident Walter Vitt. Komme es zu einem solchen Tabu-Bruch des Verkaufs von öffentlich gesammelter Kunst, werde dies nicht nur nicht ein »einmaliger Vorgang« bleiben, wie Direktor Ronte dies vermute, sondern er werde mit hoher Wahrscheinlichkeit wie eine Schleusenöffnung wirken. Es sei nicht auszuschließen, daß Politiker in vielen anderen Kommunen mit verfehlter Finanzpolitik nur darauf warten, ihre Museen ebenfalls zu Dukateneseln zu machen.

Die Bonner Vorgänge sind nach Ansicht der AICA auch insofern ein Skandal, als hier die Absicht bestehe, mit öffentlichem Geld und Gut eine private Stiftung zu sanieren. Das sei weder hinzunehmen, wenn dies mit dem Verkauf von Teilen der Bonner Galerie-Bestände geschehe, noch mit dem Griff in die Steuerkasse.

Köln, 25.04.2000


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