Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



15 Jahre Informationsdienst KUNST

Mit Nr. 348 hat der „Informationsdienst KUNST“ Ende März sein 15. Erscheinungsjahr abgeschlossen. Zum „kleinen Jubiläum“ verspricht Herausgeber, Chefredakteur und AICA-Mitglied Karlheinz Schmid in der neuen Ausgabe, dass sein vierzehntäglich in Regensburg erscheinendes Periodikum auch künftig ohne Anzeigen gestaltet wird, um sich unverändert „frei von Einflüssen“ zu halten.

Auf jeweils 24 DIN A 4-Seiten bietet der Branchenbrief neben ausführlichen „Haupttexten“ sowie Glossen und Kommentaren u.a. die Rubriken Personalien, Neues aus Museen und Kunsthallen, Neues aus den Kunstvereinen, Neues aus den Galerien, Stellenangebote, Radio hören – Fernsehen gucken, Tipps für Sammler und gelegentlich auch Hinweise auf neue Kunstbücher. Jede Ausgabe stellt Websites auf den Prüfstand, jede Ausgabe kürt eine „Queen of Art“ oder einen „King of Art“ – bei 24 königlichen Kunst-Hoheiten pro Jahr dürfte bald fast jede/r in der Szene einigermaßen Prominente dabei sein, für die Schmid – wie er humorig schreibt – den „Dienstmann gibt“ mit seiner „Familienpost“.

Die erste Ausgabe der Schmid-Postille erschien, damals noch in Hamburg, am 8. April 1991 und orientierte sich an „art aktuell“, dem Branchenbrief Kunst des legendären, leider zu früh gestorbenen Kölner Kunstjournalisten Willi Bongard. Der Informationsdienst KUNST pflegte von Anfang an in vielen Artikeln nicht nur einen forschen Sprachstil, sondern nahm gelegentlich auch hochkritische Positionen ein, was – wie der Herausgeber anmerkt – „nicht allen Betroffenen passt“, die sich dann oft mit Anwaltsbetreuung an die Redaktion wenden, „um Gegendarstellungen oder Unterlassungserklärungen zu fordern“. Schmid ist kein Freund dessen, was er einen „konfliktfreien Journalismus“ nennt. Insofern geht sein gut recherchierter Briefdienst mit schöner Regelmäßigkeit auch über das hinaus, was als pure Information verstanden werden könnte. Der Dienst bezieht Stellung, und sein Chefredakteur wird nicht müde, bei den Kolleginnen und Kollegen nicht nur unabhängigen und kritischen Journalismus einzufordern, sondern ermuntert sie auch, in ihren Kunstkritiken wieder zu mehr wirklich kritischen Urteilen zu kommen.

Köln, 05.04.2006
Walter Vitt


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