Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Marie Hüllenkremer gestorben

Die deutsche AICA trauert um Marie Hüllenkremer, seit 1987 ihr Mitglied. Die Kölner Kulturdezernentin erlag am 16. Mai in Köln nach langer, schwerer Krankheit ihrem Krebsleiden. Sie ist 61 Jahre alt geworden.

Die Stadt Köln hat unter der Adresse www.stadt-koeln.de/kondolenz ein elektronisches Kondolenzbuch aufgeschaltet. Oberbürgermeister Schramma (CDU) würdigte die prominente Kulturpolitikerin als eine Persönlichkeit, die von unbändiger Neugierde und Begeisterungsfähigkeit geprägt gewesen sei.

Marie Hüllenkremer wurde am 14. März 1943 in Eupen geboren und begann ihre journalistische Laufbahn Mitte der 1960er Jahre bei den Aachener Nachrichten. Dort leitete sie von 1970 bis 1978 als Nachfolgerin von Klaus Honnef das Kulturressort. Weiterer Stationen ihrer Karriere als Kultur- und Kunstkritikerin waren das Hamburger Kunstmagazin ART, für das sie auch aus New York berichtete, die Kulturredaktion des Kölner Stadt-Anzeigers und das \"Zeit“-Magazin. 1992 kehrte sie als stellvertretende Chefredakteurin zum Kölner Stadt-Anzeiger zurück.

Die Sozialdemokraten gewannen die parteilose Journalistin 1998 für die Übernahme der bedeutenden Aufgabe als Kölner Kulturdezernentin – an der Schwelle der noch nicht vollständig erkennbaren Krise der Kölner Stadtfinanzen. Zu ihren gewichtigen Personalentscheidungen gehören die Berufung von Kasper König als Direktor des Museums Ludwig und von Albin Hänseroth zum Chef der Philharmonie. Ihre Absicht, für die Kölner Oper Barbara Mundel zu gewinnen, scheiterte am Einspruch des Oberbürgermeisters, der seiner Kulturdezernentin zuletzt auch in anderen Entscheidungsnotwendigkeiten das Heft aus der Hand genommen hat.

Marie Hüllenkremer wird gerne als „hemdsärmelig“ und „starke Frau“ charakterisiert, doch war sie zugleich äußerst empfindsam. Vor allem aber hatte sie Stil. Ihr Talent, Menschen zusammenzubringen, und ihr offenes Wesen machten die Begegnungen mit ihr stets gewinnbringend. Bis zuletzt verbarg sie unter ihrem meist optimistisch gestimmten Naturell viele ihrer großen Sorgen: solche des Amtes ebenso wie diejenigen, die ihre Gesundheit betrafen.

Wir werden Marie Hüllenkremer ein ehrendes Gedenken bewahren.

Köln, im Mai 2004
WALTER VITT


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