Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Seine Freunde nennen ihn Charly / Karl Ruhrberg zum 80. Geburtstag

Die deutsche Sektion der AICA hat Karl Ruhrberg, der am 9. November achtzig Jahre alt geworden ist, zu ihrem Ehrenmitglied ernannt. Sie ehrt damit einen Kritiker, Kunstpublizisten und Museumsmann, der sich um Kunst und Künstler seit mehr als einem halben Jahrhundert in seltener Weise verdient gemacht hat. Von 1970 bis 1975 führte er als Präsident die deutsche AICA-Sektion.

Ruhrberg war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Mann der ersten Stunde, der die aufstrebende Rheinische Kunstszene während der Sechziger/Siebziger Jahre in Deutschland bahnbrechend, mit Rat und Tat maßgebend gefördert hat. Unter anderem Dramaturg, Amateurboxer und Fußballfan, prädestinierten ihn Temperament und Interesse zu einem Vollblutkritiker. Streitbar, aber vermittelnd, der Praxis nahe, jedoch nicht ohne Weitsicht, durchsetzungsfähig bis an die Grenzen des Machbaren, stellte er als Gründungsdirektor der Düsseldorfer Kunsthalle die Weichen für eine Ausstellungspolitik, die sich weit über Düsseldorf hinaus als beispielhaft bewähren sollte. In den Siebziger Jahren vermittelte er dem Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes neue Impulse. Danach wurde er als Gründungsdirektor an das neue Museum Ludwig in Köln berufen, um dort den Anstoß für die Ausstellung „Westkunst“ zu geben.

Neben seinen institutionellen Verpflichtungen hat sich Karl Ruhrberg einen Namen als Autor mehrerer Standardwerke und zahlreicher Essays zur Kunst des 20. Jahrhunderts gemacht. Er ist nach wie vor ein gesuchter Rat- und Impulsgeber, der nicht zögert, auf die Barrikaden zu gehen, wenn er glaubt, dass Freiheiten des Kunstbetriebs, für die er gekämpft hat, bedroht sind. Seine Freunde nennen ihn „Charly“. Ihm gelten unsere herzlichen Glückwünsche.

Berlin, 08.11.2004
JÜRGEN HARTEN


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