Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



ART COLOGNE-Preis 2003 für Werner Spies

Der Kunsthistoriker und Kunstkritiker Werner Spies (Jahrgang 1937) ist in diesem Jahr Träger des ART COLOGNE-Preises.

Die Auszeichnung, die jedes Jahr während des Kölner Kunstmarktes vom Bundesverband Deutscher Galerien und der Koelnmesse vergeben wird, ist mit 10.000 EURO dotiert. Spies erhält sie in Würdigung "seiner herausragenden Verdienste um die Vermittlung moderner Kunst".

Der aus Tübingen stammende Gelehrte lebt bei Paris und gehört seit Jahrzehnten der deutschen Sektion der AICA an. Bis ins Jahr 2002 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Vor allem seine Kunstbücher haben ihn populär gemacht.

Die Koelnmesse zitiert Spies aus Anlass der Zuerkennung des Preises mit dem Satz, dass der "Handel im Bereich der Kulturvermittlung eine ganz entscheidende Rolle" spiele. Für Franzosen und Angelsachsen sei dieses Engagement der Galerien für die Künstler etwas ganz Selbstverständliches. Die Deutschen mit den Resten ihres Idealismus – so Spies – hätten "immer eine gewisse Angst, wenn es sich um das Materielle" drehe. Diese Berührungsängste habe er nicht, wird Spies weiter zitiert.

In dem Interview wird der Preisträger auch zur "Globalisierung der Kunst" befragt. Spies sieht darin keine "kulturelle Verarmung": "Weil Kunst und Künstler die einzigen sind, die noch Unterschiede schaffen. Der Künstler schafft noch Erkennbarkeit, die mit seiner Signatur verbunden werden kann. In einer Zeit, in der alles homogen, gleichförmig, standardisiert wird, ist der Künstler die Allegorie für die letzte Flucht, die aus dieser Anonymität noch möglich scheint".

Köln, 15. Oktober 2003

W.V.

15.10.2003


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