Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Günter Metken gestorben

Die deutsche AICA trauert um Günter Metken, seit 1971 ihr Mitglied. Der Kunstkritiker, Essayist und Reiseschriftsteller wurde 72 Jahre alt. Er starb am 29. März 2000 in einem Krankenhaus der libyschen Hauptstadt Tripolis. Metken erlag den Verletzungen, die er sich vier Tage zuvor bei einem Autounfall in der nordafrikanischen Hafenstadt zugezogen hatte.

Günter Metken, gebürtig aus Duisburg, wirkte seit den 60er Jahren in Paris und berichtete von dort u.a. für die Süddeutsche Zeitung. Seine wichtigsten Veröffentlichungen galten der Kunst des 19. Jahrhunderts ebenso wie der Moderne und der zeitgenössischen Kunst. So steht ein Buch über die Präraffaeliten (Köln 1974) fast zeitgleich neben einer Anthologie des Surrealismus (»Als die Surrealisten noch recht hatten«, Stuttgart 1976). Mit seiner Frau Sigrid und Werner Spies erarbeitete er den OEuvre-Kataiog von Max Ernst (beginnend 1975).

Als Ausstellungsorganisator führte Metken 1977 in München u.a. die Poirers, Boltanski, Gerz, Nikolaus Lang und Annette Messager zusammen und erfand für sie den Begriff der »Spurensicherer«, der sich für diese Künstler bis heute gehalten hat. Die »documenta 8« 1987 in Kassel verdankte dem Kritiker einen populären Kurzführer. Sein Reisetagebuch »Reisen als schöne Kunst betrachtet«, zuerst 1983, erlebte mehrere Auflagen. Darin ist er Spurensucher und Spurensicherer zugleich.

Wir werden Günter Metken ein ehrendes Gedenken bewahren.

Köln, 10.04.2000
WALTER VITT


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