Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Reform des internationalen AICA-Statuts

Nach fast dreijähriger Debatte hat sich die internationale AICA ein neues Statut gegeben. Es ist am 16. November 2003 auf der Generalversammlung in Fort de France (Martinique) verabschiedet worden. Die endgültige Fassung der AICA-Statutes wurde jetzt von Paris den nationalen Sektionen zugeleitet. Der Wortlaut findet sich in der Website des internationalen Verbandes (aica-int.org) in Englisch, Französisch und Spanisch.
Nach dem reformierten Statut sind individuelle Mitgliedschaften ausschließlich in den nationalen Sektionen nicht mehr möglich. Jedes in einen nationalen AICA-Verband aufgenommene Mitglied erhält einen international gültigen Ausweis und ist zugleich international zu registrieren. Stimmt die Generalversammlung der Aufnahme nicht zu, weil die Mitgliedschaft nicht dem Aufnahme-Regelwerk entspricht, wird der/die Kandidat/in aufgefordert, seinen Ausweis mit dem Sticker (Beitragsmärkchen) an die Pariser AICA-Zentrale zurückzugeben.
Das neue Statut hat zugleich das Regelwerk für die Aufnahme von Kritikern und Kritikerinnen präzisiert. Kandidaten/innen müssen danach den Nachweis einer wenigstens dreijährigen andauernden beruflichen Tätigkeit im Bereich der Kunstkritik erbringen. Als Kunstkritik sind laut Statut einschlägige Tätigkeiten auf einem oder mehreren der folgenden vier Arbeitsfelder anzusehen:
- Presse-Periodika, Radiosendungen, Fernsehen oder Video, Elektronische Medien;
- Veröffentlichung von Werken zur Kunstgeschichte, Ästhetik oder Kritik;
- Lehrtätigkeit in der Kunstkritik, der Kunstgeschichte, der Ästhetik, im Kurator-Wesen oder in der Kunst auf höherem bis höchstem Niveau;
- Kuratortätigkeit und Forschung mit dem Ziel von Bildung oder Wissenschaft, einschließlich wissenschaftlicher oder kritischer Texte für Museen oder Galerien, deren Hauptziel grundsätzlich nicht kommerzieller Natur ist.
Die Statuten lassen jetzt auch die Aufnahme von sogenannten „wohltätigen Mitgliedern“ („Benefactor Members“) zu, die sich finanzieller Probleme der AICA annehmen oder zu deren Aktivitäten beitragen. Diese Mitgliedschaft wird an eine üblicherweise begrenzte Zeit geknüpft und verbindet sich nicht mit einem Stimmrecht. Benefactor Members erhalten aber einen gültigen AICA-Ausweis.
Den nationalen Sektionen billigt die internationale AICA deren eigene Statuten zu, die nicht mit denen der internationalen AICA übereinstimmen müssen, aber auch nicht im Widerspruch dazu stehen dürfen.
Die 1974 verabschiedete Satzung der deutschen Sektion enthält solche Widersprüche nicht und dürfte der jetzt notwendigen Prüfung durch die internationale AICA standhalten.

Köln, im Februar 2004
WALTER VITT


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