Internationaler Kunstkritikerverband, Sektion der BRD



Kritikerpreis 2004 für Ulrich Conrads

Zu den Kritikerpreisträgern 2004 des Verbandes der Deutschen Kritiker (Berlin) gehört auch der Berliner Architekturkritiker Ulrich Conrads.

AICA-Mitglied Conrads, der 2003 sein 80. Lebensjahr vollendet hat, wird mit einer „besonderen Anerkennung für sein Lebenswerk“ geehrt. Den Hauptpreis in der Sparte Architektur erhält in diesem Jahr der Bonner Architekt Uwe Schröder. Beide Ehrungen sind, wie auch die übrigen Kritikerpreise, undotiert.

Die Architektur-Jury des Verbandes argumentiert in ihrer Laudatio für Conrads, sie wolle damit einen Architekturvermittler ehren, der jenes umfassende Verständnis von Architektur verkörpere, das im Alltag des Bauens und in den wechselnden Modeströmungen in Vergessenheit zu geraten drohe. An ungezählten Beispielen habe Conrads gezeigt, „dass ästhetische Qualität und sozialer Sinn, Utopie und Nüchternheit, Wissenschaft und Alltagserfahrung, der Blick fürs Ganze und die Sorgfalt im Detail zusammengehören“.

Der am 27. Oktober 1923 in Bielefeld geborene Ulrich Conrads hat Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Archäologie studiert und sein Studium 1951 mit der Promotion abgeschlossen. In den 1950er Jahren war er Redakteur von „baukunst und werkform“, jahrzehntelang Chefredakteur von „Bauwelt“ und „Stadtbauwelt“ und fast zwanzig Jahre Herausgeber von „Daidalos“. Conrads hat die Buchreihe „Ullstein Bauwelt Fundamente“ gegründet und darin 1964 u.a. Adolf Behnes zuerst 1926 erschienenes Buch „Der moderne Zweckbau“ (geschrieben 1923) ungekürzt wieder zugänglich gemacht.

Die Jury würdigt ihn ferner „als Anreger und Antrieb des ‚Deutschen Städtebaupreises’ und Kritiker in der Reihe ‚Neues Bauen in unserer Zeit’ des RIAS Berlin“. Stadtplanung und Einzelbauwerk, Geschichte und Gegenwart habe er gleichermaßen im Blick behalten. Oft habe Conrads Fehlentwicklungen zum Thema des öffentlichen Protestes gemacht, auch in den prestigeorientierten Hauptstadtplanungen nach 1990.

Conrads ist mit zahlreichen Buchveröffentlichungen aus seinem Fachgebiet hervorgetreten, darunter dem 1962 datierten Werk „Neue deutsche Architektur 1955 – 1960“ und “Architektur – Spielraum fürs Leben“ (1972). Im Jahre 1967 erhielt er den Preis für Architekturkritik des Bundes Deutscher Architekten (BDA).

Köln, im März 2004
WALTER VITT


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